{"id":46,"date":"2018-05-04T13:03:52","date_gmt":"2018-05-04T11:03:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kljb.fam-hannemann.de\/?page_id=46"},"modified":"2018-05-05T16:40:39","modified_gmt":"2018-05-05T14:40:39","slug":"die-leitlinien-der-kljb","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kljb-oedekoven.de\/?page_id=46","title":{"rendered":"Die Leitlinien der KLJB"},"content":{"rendered":"<p>Die Leitlinien wurden im Februar 1988 von der KLJB-Bundesversammlung beschlossen. Das &#8222;Vorwort zur zweiten Auflage&#8220; wurde im September 1995 verfasst und geh\u00f6rt nicht zum Beschlusstext. Herausgebern: Bundesvorstand der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Deutschlands; 2. Auflage 1995.<\/p>\n<h3>Vorwort zur zweiten Auflage<\/h3>\n<p>Die KLJB versteht sich als politischer Jugendverband, der sich im und f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum engagiert, innovativ ist und in Gesellschaft und Politik etwas bewegt. Jugendliche und junge Erwachsene schlie\u00dfen sich in der KLJB zusammen, um gemeinsam in unterschiedlichen Themenfeldern aktiv zu werden und politisch zu handeln.<br \/>\nAls Verband von und f\u00fcr Jugendliche im l\u00e4ndlichen Raum konzentriert sich die KLJB auf die Entwicklung l\u00e4ndlicher Regionen und st\u00e4rkt dort junge Menschen bei der Suche nach Bleibeperspektiven. Die Lebenswirklichkeiten Jugendlicher ernst zu nehmen, ist Ansatzpunkt der KLJB-Arbeit unter Ber\u00fccksichtigung gesellschaftlicher Entwicklungen. So beschreiben die Leitlinien in f\u00fcnf Kapiteln die Bedingungen und Wirklichkeiten, die das Leben und die Zukunft der Jugendlichen auf dem Land und in der Gesellschaft bestimmen und gef\u00e4hrden. Sie zeigen jedoch auch positive Wege auf, damit Jugendliche auf dem Land eigenst\u00e4ndig und selbstverantwortlich ihr Leben in die Hand nehmen. Die Leitlinien sollen zur Weiterentwicklung des Verbandes beitragen.<\/p>\n<p class=\"sub\">Ralf Simon, Bundesvorsitzender (Oktober 1993 &#8211; Februar 1996)<\/p>\n<h3>Pr\u00e4ambel<\/h3>\n<p>Die Grundlage und Orientierung unseres Handelns ist das Evangelium Jesu Christi. Wir nehmen die Aufforderung an und bauen mit am Reich Gottes. Ziel unseres verbandlichen Handelns ist, die Nachfolge Christi heute zu leben und junge Menschen auf dem Land zu bewegen, ihren Weg aus dem Evangelium Jesu Christi heraus zu gehen.<br \/>\nIn diesem Sinne ergreifen wir Partei und mischen uns ein in die Gestaltung unseres Lebensraumes und leisten unseren Beitrag f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n<h3>Eine Bewegung junger Christinnen und Christen<\/h3>\n<p>Als junge Kirche setzen wir uns ein f\u00fcr die Vermittlung eines befreienden Gottesbildes und die Verwirklichung der Nachfolge Christi. Wir suchen neue Wege einer zeitgem\u00e4\u00dfen Jugend- und Landpastoral, deren Hoffnungstr\u00e4gerin die m\u00fcndige Gemeinde ist. In diesen Gemeinden muss die Kompetenz der Laien eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung gewinnen. F\u00fcr uns geh\u00f6rt zu einer neu verstandenen Landpastoral, dass Laien Verantwortung \u00fcbernehmen und in kirchlichem Auftrag in selbst\u00e4ndigen Pfarreien mitarbeiten.<br \/>\nWir brauchen eine geschwisterliche Kirche. In dieser wird Frauen und M\u00e4nnern der Zugang zu allen T\u00e4tigkeitsfeldern offen sein. Weil Frauen in den wichtigen Bereichen zu wenig oder gar nicht vertreten sind, wollen wir uns besonders f\u00fcr die Mitverantwortung von Frauen einsetzen. Dies kann nicht nur den Frauen ein notwendiges neues Selbstbewusstsein und Selbbstverst\u00e4ndnis als verantwortliche Mittr\u00e4gerinnen der Kirche vermitteln, sondern vor allem die Kirche selbst bereichern und ihr ein neues Gesicht geben: br\u00fcderlich &#8211; schwesterlich &#8211; ganzheitlich.<br \/>\nJesus Christus hat durch sein Wort und sein Werk die radikale Annahme des Menschen bis zur letzten Solidarit\u00e4t im Sterben durchgehalten. Jesus hat f\u00fcr die Menschen Partei ergriffen, insbesondere f\u00fcr die Armen, Schwachen und Ausgegrenzten. Partei ergreifen f\u00fcr den Menschen muss auch heute bezeugt und verwirklicht werden. Deshalb hei\u00dft Nachfolge f\u00fcr uns heute: angesichts der vielf\u00e4ltigen Bedrohungen, die die Entfaltungsm\u00f6glichkeiten von Menschen behindern, sich einmischen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.<\/p>\n<h3>Eine Bewegung, wo junge Menschen miteinander leben<\/h3>\n<p>Jugendarbeit, die an der Lebenssituation von jungen Menschen ansetzt und diese ernst nimmt, muss die zusammenh\u00e4nge von Freizeitbed\u00fcrfnissen und gesellschaftlicher Situation bewusst machen und aufarbeiten.<br \/>\nAls Alternative zur Konsumgesellschaft will die KLJB jungen Menschen Lebensr\u00e4ume anbieten, in denen sie selbstbestimmt und verantwortlich handeln k\u00f6nnen. Angesichts \u00f6konomischer, \u00f6kologischer, sozialer und politischer Krisen stellt sich verst\u00e4rkt die Frage nach lebenswerten Perspektiven f\u00fcr die Zukunft. Die KLJB will jungen Menschen erm\u00f6glichen, einen eigenen Lebensentwurf zu entwickeln. Deshalb sollen unsere Gruppen R\u00e4ume sein, in denen die allt\u00e4glichen Erfahrungen verarbeitet, die eigenen Bed\u00fcrfnisse artikuliert und Interessen entwickelt werden k\u00f6nnen. Im partnerschaftlichen Umgang von Jungen und M\u00e4dchen, M\u00e4nnern und Frauen, sehen wir einen Beitrag, ein \u00fcberkommenes Rollenverst\u00e4ndnis und verkrustete Strukturen aufzubrechen und miteinander einen neuen Lebensstil zu erproben.<br \/>\nDas Erleben von Gemeinschaft und Solidarit\u00e4t soll zum Handeln anregen und Gegenerfahrungen zu den gesellschaftlichen Erfahrungen vermitteln.<br \/>\nIm Zusammenleben in Gruppen, in der gemeinsamen Aktion und Auseinandersetzung ist Lernen m\u00f6glich, kann Bildung geschehen. Wir setzen auf eine Bildung, die den ganzen Menschen ber\u00fccksichtigt und Lernen nicht nur als intellektuellen Prozess versteht. In beispielhaften Aktionen und selbstentwickelten Arbeitsformen sollen Jugendliche ermutigt werden, in gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge hineinzuwirken.<br \/>\nProjektorientierte Bildung und verst\u00e4rkte Bem\u00fchungen, anhand konkreter Projekte verbandliche Inhalte umzusetzen, sehen wir als geeignete Formen an, um sich f\u00fcr eine Ver\u00e4nderung von Praxis einzusetzen. Unsere Bildungsarbeit geschieht vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes, mit der Zielsetzung, junge Menschen zu verantwortlichem Handeln zu bef\u00e4higen.<\/p>\n<h3>Eine Bewegung auf dem Land und f\u00fcr das Land<\/h3>\n<p>Der l\u00e4ndliche Lebensraum ist in Gefahr, Opfer einer Entwicklung zu werden, die die Eigenst\u00e4ndigkeit der D\u00f6rfer zerst\u00f6rt. Die Entwicklung des Landes ist durch das Fortschreiten des Strukturwandels gekennzeichnet. Schul-, Gemeinde- und Verwaltungsreformen haben den D\u00f6rfern wichtige Funktionen genommen. Insgesamt ist die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes gekennzeichnet durch die Tendenz zur gro\u00dfr\u00e4umigen Arbeitsteilung und Funktionalisierung l\u00e4ndlicher Regionen. So werden bewu\u00dft unliebsame und risikoreiche industrielle und milit\u00e4rische Gro\u00dfprojekte (z.B. Atomkraftwerke, Chemieindustrie, M\u00fcllentsorgung) ausgelagert.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus sind die von der Agrarpolitik festgelegten Rahmenbedingungen f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion so gestaltet, dass sich eine immer mehr zunehmende Industrialisierung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion, entgegen den nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen, abzeichnet. Durch diese Tendenzen werden Natur und Umwelt gerade in l\u00e4ndlichen Regionen immer st\u00e4rker belastet und die nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen werden \u00fcber Generationsgrenzen hinaus in Gefahr gebracht.<br \/>\nWir wollen aber weiterhin auf dem Land leben und arbeiten. Die KLJB versteht sich als Verband, der sich einsetzt f\u00fcr eine eigenst\u00e4ndige Entwicklung l\u00e4ndlicher R\u00e4ume, die die Bed\u00fcrfnisse der Menschen und den Schutz der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen als oberstes Ziel hat.<\/p>\n<p>Bewegung sein hei\u00dft f\u00fcr uns, unser Engagement in Parteien, Verb\u00e4nden, Initiativen und sozialen Bewegungen im Sinne einer eigenst\u00e4ndigen l\u00e4ndlichen Entwicklung einzubringen. Das Land muss sich aus eigener Kraft und nicht in einseitiger Abh\u00e4ngigkeit von Ballungszentren entwickeln. Mit Phantasie und den Erkenntnissen aus Forschung und Technik sind neue dezentrale Konzepte (z.B. in der Produktion, der Ver- und Entsorgung, des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs &#8230;) zu entwickeln. Wesentliches Element einer eigenst\u00e4ndigen regionalen Entwicklung ist der Erhalt einer umweltgerechten Landwirtschaft. Hier gilt es, sich verst\u00e4rkt f\u00fcr den Erhalt klein- und mittelst\u00e4ndiger\u00a0Betriebe einzusetzen, die bessere Voraussetzungen f\u00fcr eine gerechtere Verteilungspolitik schaffen. Die eigenst\u00e4ndige Weiterentwicklung der D\u00f6rfer bedeutet aber auch die Entwicklung einer neuen l\u00e4ndlichen Kultur. \u00dcberlieferte Traditionen gilt es dabei nicht zu konservieren, sondern mit aktuellebn Inhalten zu f\u00fcllen. Das Neu-Entdecken und Neu-Entwickeln von Traditionen soll dem l\u00e4ndlichen Raum zu einer selbstbewussteren Kultur verhelfen.<\/p>\n<h3>Eine \u00f6kologische Bewegung<\/h3>\n<p>Als Ebenbilder Gottes sind wir dem Sch\u00f6pfer f\u00fcr die ganze Sch\u00f6pfung verantwortlich. Wir nehmen als Christinnen und Christen die Herausforderung unseres besonderen Auftrages an, indem wir die Reicht\u00fcmer der Natur, die uns in der Sch\u00f6pfung anvertraut werden, bewahren und beh\u00fcten. Wir verstehen die Sch\u00f6pfung als das Verm\u00f6gen aller, die in der Natur, mit Ihr und von ihr leben. Wir leben in einer Zeit, in der die Stellung des Menschen in der Sch\u00f6pfung noch immer mi\u00dfverstanden wird. Technische Naturbeherrschung, Machbarkeitsglaube und kommerzielle Interessen bestimmen unseren &#8222;Fortschritt&#8220;, der die Zerst\u00f6rung unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen vorantreibt. Sterbende W\u00e4lder, verseuchte Gew\u00e4sser, tote B\u00f6den, ausger\u00e4umte Landschaften, ausgestorbene Arten sind der Preis. Dieser Art &#8222;Fortschritt&#8220; gilt es, Einhalt zu gebieten. In der KLJB wollen wir uns mit all unseren M\u00f6glichkeiten auf pers\u00f6nlicher und politischer Ebene f\u00fcr den Erhalt der Sch\u00f6pfung einsetzen. Wir bef\u00fcrworten und unterst\u00fctzen eine Politik, die dem Erhalt der Sch\u00f6pfung &#8211; unserer Lebensgrundlagen &#8211; absoluten Vorrang gew\u00e4hrt und eine entsprechende ressourcenschonende Wirtschaftsweise f\u00f6rdert.<br \/>\nIn diesem Sinne setzen wir uns ein f\u00fcr die Dezentralisierung in der Energiewirtschaft, f\u00fcr eine \u00f6kologische Erneuerung der Landwirtschaft, f\u00fcr die Entwicklung umweltvertr\u00e4glicher Wirtschaftskonzepte. Wir sehen die Umwelt nicht ausschlie\u00dflich als Wirtschaftsfaktor, sondern begreifen sie als unser aller Existenzgrundlage. Wir wollen die rasante Entwicklung auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Bio- und Gentechnik sehr wachsam und kritisch verfolgen und dort verneinen, wo sie uns mit unserem Dasein in Frage stellt.<\/p>\n<h3>Eine Bewegung, die sich f\u00fcr internationale Solidarit\u00e4t und Frieden engagiert<\/h3>\n<p>Christliches Friedensverst\u00e4ndnis steht in der Tradition der Gewaltlosigkeit Jesu, seiner Ank\u00fcndigung des Reiches Gottes, eines allumfassenden Friedens (Shalom), den Menschen nicht von sich aus schaffen k\u00f6nnen. Nachfolge bedeutet f\u00fcr uns, f\u00fcr den Frieden Jesu zu schweigen und zu beten, zu denken und zu handeln, zu demonstrieren, Unrecht beim Namen zu nennen und sich der Gewalt in den Weg zu stellen. Wir sind \u00fcberzeugt, dass der aktive Einsatz f\u00fcr Frieden und soziale Gerechtigkeit untrennbar zusammengeh\u00f6ren. Der Friede ist bedroht durch eine Sicherheitspolitik, die auf Abschreckung basiert, eine weltweite, fortschreitende Hochr\u00fcstung nach sich zieht, uns Unsummen von Geld einer sinnvollen Verwendung entzieht. Abschreckung kann und darf kein Mittel der Politik sein. Im Zeitalter der M\u00f6glichkeiten der Massenvernichtung ist Sicherheit nicht mehr gegen den anderen m\u00f6glich, sondern nur noch mit ihm. Das Abschreckungssystem (mit Herstellung, Lagerung und Androhung von Massenvernichtungsmitteln sowie dem Willen zu ihrem Einsatz) ist f\u00fcr uns unmoralisch. Wir setzen uns ein f\u00fcr die Entwicklung und Umsetzung von Friedenssicherungssystemen, die strukturell nicht zum Angriff bef\u00e4higen und mit dem Primat der Friedensf\u00f6rderung vor der Friedenssicherung vereinbar sind. Der Friede wird aber auch durch eine weitere zunehmende Verarmung der L\u00e4nder in der sogenannten &#8222;Dritten Welt&#8220; verhindert. Industriegesellschaften und die Machteliten in der sogenannten &#8222;Dritten Welt&#8220; beuten diese L\u00e4nder aus und sind mitschuldig und verantwortlich am t\u00e4glichen Tod. MIJARC Als katholischer Jugendverband bekennen wir uns deshalb zum christlichen Prinzip weltweiten Teilens. Wir versuchen in der MIJARC, der Internationalen Katholischen Land- und Bauernjugendbewegung, gemeinsam mit anderen gegen Ungerechtigkeiten und ungleiche Verteilung von Lebenschancen zu k\u00e4mpfen. Das Recht der Armen in den L\u00e4ndern der sogenannten &#8222;Dritten Welt&#8220;, sich aus politischer und wirtschaftlicher Abh\u00e4ngigkeit zu befreien, ist eine Voraussetzung zur Ver\u00e4nderung der Situation. Dazu geh\u00f6rt vor allem auch eine Umkehr in den reichen Saaten, weg von einer Politik und einer Wirtschaft der Verschwendung. Wir wollen hin zu einer gerechten Welt. Um Verst\u00e4ndnis f\u00fcreinander zu schaffen und Feindbilder zwischen Gruppen und V\u00f6lkern abzubauen, unterst\u00fctzen wir Kontakte und Begegnungen zwischen Landjugendgruppen national und international. Gemeinsam mit unseren Partnern in der &#8222;Dritten Welt&#8220; setzen wir uns ein f\u00fcr Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Leitlinien wurden im Februar 1988 von der KLJB-Bundesversammlung beschlossen. Das &#8222;Vorwort zur zweiten Auflage&#8220; wurde im September 1995 verfasst und geh\u00f6rt nicht zum Beschlusstext. Herausgebern: Bundesvorstand der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Deutschlands; 2. Auflage 1995. 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